Empfehlungen

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Jacques Coursil - Trails of tears


 
Musik
 
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Diese CD und auch den Musiker habe ich in einer Radio-Sendung entdeckt. Coursil hat mich von den ersten Tönen an gerührt und fasziniert mit seiner ausdrucksvollen Trompete, die hier eine besonders traurige Geschichte erzählt, wie der Evangelist mittels Rezitativen in einer Passion von Bach. Der „Pfad der Tränen“, nimmt Bezug auf den „Kreuzweg“ von 16‘000 Cherokees, die 1838 von Georgia nach Oklahoma deportiert wurden, wovon 4‘000 auf dem Weg starben. Jacques Coursil meint, der Sklavenhandel, Thema der beiden letzen Titel des Albums, hätte ohne das Blutbad der Indianer und dem daraus resultierenden Mangel an Arbeitskräften wahrscheinlich nicht stattgefunden. Die vom Instrument erzeugten Worte, deren Töne wie Silben hervorgebracht werden, sprechen von der Freiheit des Menschen und vom Leiden aller unterdruckten Völker. Ab und zu erforscht Coursil andere Welten: z.B. die Verkündigung des Deportations-Gesetzes mittels Echo-Spiele im Free-Jazz-Stil auf Altsaxophon und Klarinette. Die Musik wird lauter, die modalen Strukturen zersplittern, aber die scharfen Klänge haben eine ungeheure Kraft. Auch die anderen Musiker sind ausgezeichnet. Jeff Baillard (Keyboards) erzeugt eine Flut von schönen Synthesizer-Klängen. Das Album „Trails of tears“ ist aussergewöhnlich und herzzerreissend. Dieser teils improvisierte Jazz erzeugt mit minimalen Mitteln maximale Emotion.

vorgestellt von Allard Eekman

Katertag

von Regina Dürig


 
Roman für Jugendliche
 
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Als der Vater des 15-jährigen Nico arbeitslos wird, fängt er an zu trinken. Von nun an ist das normale Familienleben vorbei. Es gibt zwar „bessere“ und „schlimmere“ Tage, aber für Nico und seine 13-jährige Schwester ist der Vater kein Vater mehr, deshalb geben sie ihm auch den Übernamen „Eunk“. Als die Mutter schliesslich wieder zu arbeiten beginnt, fällt der „Eunk“ noch tiefer in seine Sucht. Nun wird er von seiner Familie vor eine Entscheidung gestellt.

Der Roman liegt in Briefform vor: Nicolas schreibt seinem Vater, wie er die Zeit mit dessen Alkoholsucht erlebt hat. Auch wenn er ziemlich sachlich bleibt, spürt man seine Enttäuschung, die schliesslich in Wut gegen den Vater mündet. Am Schluss des Buches schreibt der Vater seinem Sohn zurück und erklärt ihm, wie er selbst diese turbulente Zeit wahrgenommen hat. Die Geschichte ist kurz,108 Seiten, und einfach geschrieben. Sie eignet sich deshalb auch für leseschwache Jugendliche.

vorgestellt von Rita Racheter

Meer der Tusche

von Richard Weihe


 
Roman
 
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Im Museum Rietberg in Zürich hängt ein vielleicht eher unauffälliges Rollbild von Bada Shanren oder Zhu Da, betitelt „Fisch, Vogel, Felsen“. Eben dieses Bild findet sich unter anderen auch in dem Roman „Meer der Tusche“ von Richard Weihe, wobei Roman nicht die korrekte Bezeichnung ist; im Untertitel wird das Buch als eine „Erzählung in zehn Bildern“ betitelt.

Leicht und poetisch beschreibt Weihe in kurzen Kapiteln den Lebensweg des Malers Bada Shanren, geboren im 17. Jahrhundert aus einer königlichen Familie, welcher sich aus der Weltlichkeit in die Malerei zurückzieht. Über den Maler ist tatsächlich wenig bekannt und doch gelingt es Weihe anhand seiner Bilder, sein Leben zu erwecken und zu beschreiben.

«In der dichten Verwebung von Stoff und Form leuchtet hier und dort, fast unscheinbar, die alte Essenz der Literatur: die arrangierte, durchgestaltete Illusion, die den Lesenden von Seite zu Seite eine eigene Welt erschafft.» (Neue Zürcher Zeitung)

vorgestellt von Britta Hüppe

 

by moxi