100 Jahre Stiftung Stadtbibliothek Biel

100 Jahre Stiftung Stadtbibliothek Biel 

  • Tableau commémoratif fondateurs bibliothèque  © Fotostudio ph7 slider

    Die Gründungstafel. Moralische Burgerbibliothek. © Fotostudio ph7

Die verschollene Gründungstafel der Stadtbibliothek Biel

 

Wussten Sie, dass sich in der Sammlung der Stadtbibliothek Biel eine auf Pergament geschriebene Ehrentafel aus dem Jahr 1792 befindet, die die Gründer und Stifter der einstigen Burgerbibliothek von 1765 festhält? Diese Tafel galt lange als vermisst und wurde erst 1986 bei den Vorbereitungen auf die Gebäudesanierung (1988–1991) zufällig wiedergefunden.

Die dichtbeschriebene Seite in kalligraphisch aufwendiger und reich verzierter Schrift gehört zu den wertvollsten Sammlungsstücken der Stadtbibliothek Biel. Das Schriftstück beginnt mit einem halbkreisförmigen Feld, der folgenden Text beinhaltet:

«Dem Angedenken / der edlen tätigen Beförderer angenehmer und nützlicher / Kenntnissen, welche durch ihr ausgezeichnetes Verdienst um die / Bürger Bibliothec in Biel der Aufklärung fortzuhelfen, den rühmlichsten Fleiss bewiesen / weyhen / diese Ehrentafel / Zur Aufbewahrung ihrer schätzbaren Namen / die gesamten Glieder der grossen Bibliothec Versammlung vom Jahr MDCCXCII. / N.B. Einmüthig wurde den 6.t. Merz 1792 auf Vorschlag der Direction, dieses ehrenvolle Denkmal erkennt, und die Namen aller Verdienstvollen, nach deren Tod, oder / anderweitigem Abscheid von Biel, ihm einzuverleiben beschlossen.»

In mehrere, gerahmte Blöcke unterteilt, die jeweils zwei Spalten ergeben, folgt die Auflistung der Gründungsmitglieder der einstigen «Moralischen Burgerbibliothek». Nach dem Namen wird ein kurzer beruflicher Abriss mit Lebensdaten sowie die Tätigkeit in der Bibliotheksdirektion beziehungsweise Bibliotheksgesellschaft angegeben. Die Nennung ist nicht alphabetisch geordnet und beginnt mit dem eigentlichen Bibliotheksgründer: Johann Jakob Eldin. Aus Zürich zugewandert, war Eldin Helfer und Lehrer der oberen Unterweisung und bis 1757 Pfarrer an der deutschen Kirche. Bis zu seinem Tod am 29. Oktober 1780 leitete er die Bibliotheksdirektion.
Es folgen: Alexander Jakob Wildermeth, Friedrich Salomon Scholl, Karl Emanuel Herrmann, Daniel Witz, Abraham Bluntschli, Johann Gottfried Watt, Franz Ludwig Stefani, Jakob Sigmund Wildermeth und Jakob Friedrich Schaltenbrand.

In einer kleineren Spalte darunter werden zudem Samuel Scholl und Beat Ludwig Seitz erwähnt, bevor das Dokument mit einer Aufzählung von 31 weiteren Personen abschliesst, die zum Zeitpunkt der Niederschrift bereits verstorben waren. Zu ihnen gehört der ehemalige Bürgermeister Johann Heinrich Bloesch. Aus seinem Besitz stammt die «Description de l’Égypte», eines der wohl bekanntesten Werke der Stadtbibliothek Biel.

Die Erstellung der Ehrentafel sowie die Verwendung von Pergament verdeutlichen die Bedeutung, die der Gründung der «Moralischen Burgerbibliothek» damals zukam. Zu jener Zeit war Papier bereits verbreitet – Dokumente, die jedoch Jahrhunderte überdauern sollten, wurden weiterhin auf Tierhaut geschrieben. Dieser Tatsache ist vermutlich auch zu verdanken, dass dieses wichtige Dokument bis heute weitgehend unbeschadet erhalten geblieben ist.

Auch eine zweite auf Pergament geschriebene und ähnlich gestaltete Ehrentafel befindet sich im Besitz der Stadtbibliothek. Sie gebührt den Wohltätern, die sich nach 1792 um die Institution verdient gemacht haben. Dieses Dokument ist jedoch unvollendet und nicht datiert.
Die besondere Würdigung des damaligen Bibliothekars, David Nieschang, bezieht sich allerdings auf das Vorwort desselbigen aus dem am 8. Mai 1817 erschienenen Bibliothekskatalog und erwähnt darüber hinaus die Herausgabe jener Bestandsauflistung sowie das neu verfasste Reglement, sodass die Tafel nach diesem Datum entstanden sein muss.

Der Verbleib beider Urkunden war lange Zeit ungewiss. Erst 1986, als man den bevorstehenden Umzug infolge der geplanten Sanierung und der Errichtung des Erweiterungsbaus (1988–1991) vorbereitete, fand man die wertvollen Niederschriften durch Zufall wieder. Da die frühsten Aufzeichnungen der Bibliothekskommission im Verlauf der Zeit verlorengegangen sind, geben allein die hier thematisierten Ehrentafeln Aufschluss über die Gründungsväter und Stifter der einstigen Burgerbibliothek sowie den Ämtern, die sie in dieser ersten Bibliotheksperiode innehatten. So ist die Bedeutung dieser historischen Dokumente für die Geschichte der Stadtbibliothek Biel augenscheinlich und macht sie zu einem unersetzbaren Zeitdokument.

  • 1966 Troxler slider

    Crédit photo: Stadtbibliothek Biel/Bienne / Rosi Troxler, 1966

  • 1966 Troxler slider (1)

    Crédit photo: Stadtbibliothek Biel/Bienne / Rosi Troxler, 1966

  • Echéancier slider

    Buchkarten-Ausleihsystem: Leserhüllen nach Rückgabedatum geordnet. Bis 1981 geltendes System der Buchausleihe

  • Ancien Fonds 1987 slider

    Altbestände der Stadtbibliothek, 1987

  • Ancienne salle de lecture 1987 slider

    Ehemaliger Lesesaal, 1987

  • Guichet de prêt 1987 slider

    Ausleihtheke Belletristik (Freihand), 1987 

  • Ancienne salle de lecture 1987 slider (1)

    Ehemaliger Lesesaal, 1987

  • Salle des catalogues 1987 slider

    Katalogsaal, 1987

  • Compactus Urs Graf 1987 slider

    Compactus-Anlage im Keller und der ehmalige Direktor Urs Christoph Graf, 1987

  • Urs Graf slider

    Urs Christoph Graf, 1987

  • Visite de classe 1987 slider

    Klassenbesuch, 1987

  • Visite de classe 1987 slider (1)

    Klassenbesuch, 1987

  • Vue de la bibliothèque depuis l'Est 1987 slider

    Blick auf die Bibliothek von Osten, 1987

  • Vue de la bibliothèque depuis rue Marché-Neuf 1987 slider

    Blick auf die Bibliothek von der Neumarktstrasse, 1987

  • Entrée rue Général-Dufour-Strasse 1987 slider

    Eingang General-Dufour-Strasse 26, 1987

  • Vue de la bibliothèque depuis Sud 1987 slider

    Blick auf die Bibliothek von Süden, 1987

  • Vue depuis toit sur place Marché-Neuf 1987 slider

    Blick vom Dach der Bibliothek auf den Neumarktplatz, 1987

  • Nouveau bâtiment 1990 slider

    Installationsarbeiten im neuen Anbau, 1990

  • Nouveau bâtiment 1990 slider (1)

    Treppenverbindung zwischen erstem und zweiten Stockwerk, 1990

  • Nouveau bâtiment 1990 slider (2)

    Glasdach, 1990

  • Fresque Jörg steiner 1990-91 slider

    Malerei von Jörg Müller, 1990-1991

  • Fresque Jörg steiner 1990-91 slider (1)

    Malerei von Jörg Müller, 1990-1991

  • Ouverture nouveaux locaux 02.04.91 slider

    Neueröffnung 02. April 1991

  • Ouverture nouveaux locaux 02.04.91 slider (1)

    Kinder und Jugend Bibliothek 02. April 1991

  • Ouverture nouveaux locaux 02.04.91 slider (2)

    Mediothek (neueröffnete Abteilung) 02. April 1991

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    Neueröffnung 02. April 1991

  • Ouverture nouveaux locaux 02.04.91 slider (4)

    Kinder und Jugend Bibliothek 02. April 1991

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    Mediothek (neueröffnete Abteilung) 02. April 1991

  • Prêt automatisé 1982, ici 1992 slider

    Das Ausleihsystem ist seit 1982 automatisiert. Ausleihschalter (1992)

  • Marathon lecture Urs Karpt 11-12.03.94 slider

    Der Lesemarathon zum neuen Roman "Alles hat seine Stunde" des Bieler Schriftstellers Urs Karpf, 11-12. März 1994

  • Nahbereich slider (3)

    Unter dem Glasdach, 2010 - © G. Perrenoud

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    100-jähriges Jubiläum. Stiftung Stadtbibliothek Biel. 28.08.2026

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Wussten Sie das? Trotz ihres Namens ist die Stadtbibliothek Biel keine Dienststelle der Stadtverwaltung. Sie wird von einer privatrechtlichen Stiftung geführt, erhält jedoch finanzielle Unterstützung von der Stadt Biel, dem Kanton Bern sowie den umliegenden Gemeinden. 

Die Stiftung, die 1926 unter dem Namen „Stiftung Stadtbibliothek Biel“ gegründet wurde, entstand aus einer gemeinsamen Initiative der Gemeinde Biel und des Bibliothekvereins. Sie ist eine Stiftung im Sinne von Artikel 80 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs und hat ihren Sitz in Biel. 

Gemäss ihrer Statuten besteht ihr Auftrag darin, der Bevölkerung der Stadt und der Region ein vielfältiges Medienangebot zur Verfügung zu stellen, vorwiegend in Französisch und Deutsch, aber auch in anderen Sprachen. Sie fördert den Zugang zu Informationen in allen Bereichen, trägt zur Allgemeinbildung sowie zur Freizeitgestaltung der Bevölkerung bei und sorgt für die Erhaltung des lokalen und regionalen Schrifttum, insbesondere der Sammlungen Biennensia und Regionalia, in beiden Sprachen. 

Zwischen der Stiftung Stadtbibliothek Biel und ihren öffentlichen Finanzierungspartnern besteht ein Leistungsvertrag. Dieser Vertrag wird für eine Laufzeit von vier Jahren abgeschlossen und tritt erst in Kraft, wenn die Bieler Bevölkerung den Subventionen für die Stadtbibliothek in einer Volksabstimmung zustimmt.

Alle vier Jahre wird dieser Abstimmungstermin mit besonderer Aufmerksamkeit erwartet. Glücklicherweise haben die Bielerinnen und Bieler ihrer Bibliothek stets ihr Vertrauen ausgesprochen und die Subventionen mit grosser Mehrheit angenommen. Der Anteil der Ja-Stimmen lag jeweils zwischen 75 und 80 Prozent. Ein herzliches Dankeschön an alle für diese wertvolle Unterstützung! 

Der Leistungsvertrag sieht vor, dass die Bibliothek einen Teil ihrer Einnahmen selbst erwirtschaftet. Sie muss 10 % ihrer Finanzierung aus eigenen Mitteln decken. Aus diesem Grund sind Abonnemente und bestimmte Dienstleistungen für Erwachsene kostenpflichtig. Für bestimmte Bevölkerungsgruppen gibt es reduzierte Abonnementspreise. Mit dem Abonnement Suspendu spenden andere Personen sowie die Stadtbibliothek zudem kostenlose Abonnemente für Erwachsene. Abonnemente für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind kostenlos. 

Weitere Eigenmittel werden durch die kostenpflichtige Nutzung der Computerarbeitsplätze, dem Druckservice oder dem Vermieten des Mehrzwecksaals sowie durch die Akquise von Spenden für Projekte generiert. Um Kultur allen zugänglich zu machen, verzichtet die Stadtbibliothek mehrheitlich auf Eintrittspreise für ihre Veranstaltungen.

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